Three Voices In My Head
Freies Museum Berlin

Ausstellungseröffnung
Vernissage: 17. April 2010, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 18. April bis 14. Mai 2010
Freier Eintritt / Free Entry
Öffnungszeiten: mo-sa 12-19 h, do 12-22 h, so 15-19 h

Stimmen, Geräusche, Lärm, Ursachen, Attitüden, Verluste - scheinen zu einem Set treibender narrativer Paradigmen zu gehören und sind potentielle Charakteristika, die einen Zugang zu den heutigen Werken zeitgenössischer Kunst eröffnen.

Künstlerstimmen, erinnern heute lauter denn je zuvor in der Kunstgeschichte, an das Bedürfnis Fragen zu stellen und die De- und Rekonstruktionen einer dunklen, dichten und turbulenten Vergangenheit und ihrer dokumentierten Umstände voranzutreiben, wie Gayatri Spivak einst argumentierte "Erkenntnisse sind davon abhängig, wo wir stehen bleiben".

Durch das Vorantreiben und Begleiten künstlerischer Konversationen, die uns auffordern die Erkenntnisse ihrer Betrachtungen zu überprüfen und unser Bewusstsein zwingen immer weiter und tiefer in ihre Bedeutung vorzudringen; eröffnen Kunstwerke einen Raum zwischen uns und unserer Besessenheit, Kontexte zu finden und zu gestalten.

Kultur und kulturelle Produktion beschäftigt sich mit der Idee der Zeitlichkeit, die Zeit, Raum und Ort einschließt. Die Beziehungen der Welt zu ihrer Zeit fungieren als Koordinaten, jener Elemente deren Vektoren von unschätzbarem Wert sind für künstlerische Exkurse, die Zusammenhänge bewerten und die, wie so oft im künstlerischen Diskurs, vermählt sind mit der materiellen Realität. Die "3 Stimmen in meinem Kopf" inspirierten den Kurator Shaheen Merali zur ersten Ausstellung einer Serie, die divergente individuelle Stimmen und ihre Auffassungen der Welt porträtiert.

Die Konstante in den Werken aller drei Künstler ist ein differenziertes Verhältnis zur Bedeutung der Globalität und ihrer unkontrollierbaren Leichtsinnigkeit des Konsums. Dies wird auf unterschiedliche Weise von jedem Einzelnen individuell vermittelt. Für Volz bleibt es ein Hauptanliegen, das sich jedoch in den verschiedenen Aspekten des menschlichen Körpers manifestiert, der sich in seiner täglichen Realität, in der er einem Labyrinth von Energien ausgesetzt ist, permanent verlagert, während im Werk von LeFevre, das Hauptaugenmerk auf einem Akt der Destruktion, eines sich permanent verlagernden Konsums, liegt.
Ein zweiter, die drei unterschiedlichen Positionen, einender Faktor ist ihr Schreiben und Sprechen aus einer Urbanisierung heraus, in der sie die kulturelle Vormundschaft einer Urbanität erkennen, die sich durch eine völlig unrealistische Emphasis von Fortschritt, unter der Ägide einer verzauberten und verzaubernden Modernität, entwickelt hat. Alle drei Künstler, insbesondere Mattern, arbeiten daran, diese Sphäre des Missverstehens als Positiv eines Mythos der Moderne aufzuzeigen. Sie erzeugt mit ihrer Installation aus Lasern und fluoreszierendem Licht einen Subtext, der die stille Schönheit des Urbanen freilegt und seine Verletzlichkeit entlarvt, die uns jetzt mit der Angst und dem Terror einer gelebten Lüge verfolgt.

Wir finden uns selbst, in diesen Werken, an einer unbehaglichen Schwelle, zurückgelassen mit der Bewertung angeschlagener Werte und konfrontiert mit unserer Unfähigkeit eine moralische Überlegenheit zu bekämpfen, die zum Imperativ unserer harten Arbeit geworden ist und ein Status Quo des Westens.

In diesem Kühlhaus des neuen Jahrtausends suchen wir, begleitet von allen diesen Stimmen im Imaginären nach Antworten, die diesen verstörenden Begegnungen eine Zukunft zuerkennen, in einer Zeit, die im besten Sinne als unsicher und verdorben definiert werden kann.

Shaheen Merali lebt und arbeitet als Kurator in London und Berlin.

www.freies-museum.com