Design in der DDR – Anspruch und Bilanz. Ort: Babylon, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin
04.11.2009

Design in der DDR – Anspruch und Bilanz.
Ein öffentliches BDG / VDID - Forum


Fast 20 Jahre nach dem Ende der DDR widmen der Verband Deutscher Industrie Designer und der Bund Deutscher Grafik-Designer einen Vortrags- und Diskussionsabend dem DDR-Design mit seinen theoretischen Ansätzen und praktischen Ergebnissen. Es soll der Frage nach den Besonderheiten des Gestaltungsanspruchs, der Gestaltungspraxis und der produktkulturellen Wirklichkeit in Ostdeutschland zwischen 1949 und 1990 nachgegangen werden.

ausf. beschr: DDR-Design wurde einerseits weitgehend durch die politisch gelenkten Produktions- und Konsumtionsvorgaben der sozialistischen Planwirtschaft geprägt, welche stets mit dem Mangel an Rohstoffen und Produktionskapazitäten zu ringen hatte. SED- und Staatsführung nahmen allgemein ideologischen und auch unmittelbar praktischen Einfluss auf die gestalterische Entwicklung von Gütern und Kommunikationsmitteln. Andererseits bemühten sich die ostdeutschen Industrieformgestalter und Gebrauchsgrafiker vielfach sehr erfolgreich um eine hohe produktkulturelle Qualität. Besonders gelang dies bei Investitionsgütern, in den Bereichen Haushaltselektrik, Arbeits-, Tisch- und Buchkultur, Spielmittel- und Plakatgestaltung. Die Industriedesigner sahen sich vor allem in der Tradition der Moderne. Sie waren selten namentlich bekannt, sondern arbeiteten meist in Kollektiven der Kombinate und Betriebe.

Ab 1958 wurde Design unter dem Begriff der angewandten Kunst auf den im 4-Jahres-Rhythmus stattfindenden zentralen Kunstausstellungen in Dresden zu einem zunehmend beachteten Bestandteil dieser Leistungsschau.

Von 1972 an arbeitete das von einem Staatssekretär geleitete Amt für Industrielle Formgestaltung, um die Designpolitik in den Produktentwicklungsprozessen der Kombinate und Betriebe durchzusetzen.

Vor allem die Gestaltung der Konsumgüter wurde in der Bevölkerung stark diskutiert, waren doch die meisten Dinge recht knapp und vergleichsweise teuer. Außerdem standen sie durch Geschenke von Westverwandten, durch die Auslagen der Intershops und vor allem durch das Westfernsehen im ständigen Vergleich mit denen Westeuropas.

Aber auch Plakate und Buchkunst spielten in der öffentlichen Wahrnehmung eine große Rolle. Während Grafiker, die z. B. für Verpackungen oder die Industrie arbeiteten, weitgehend anonym blieben, genossen die Plakatgestalter und Illustratoren einen relativ hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad. Das Auftragsvolumen der Verlage an freie Grafiker, die zusätzlich zu den fest angestellten Verlagsgrafikern beschäftigt wurden, war enorm. Das Buch galt als zentrales Medium für Bildung und kulturelle Erziehung. Dementsprechend wurde auch die Buchgestaltung staatlich gefördert. Von 1952 an gab es einen vielbeachteten Wettbewerb um die schönsten Bücher, einer der Höhepunkte der Leipziger Messe. Wie bei allen Produkten stachelte der allgegenwärtige Mangel – hier vor allem der Mangel an guten Papieren, Farben, modernem technischen Knowhow oder auch an Schriftlizenzen – die Kreativität der Designer an.

Die Vorträge und Gespräche versuchen eine historische Einordnung des DDR-Designs, sie geben Einblicke vom Entwurf bis zur Nutzung und beleuchten dabei auch theoretische Ansätze.

Weitere Infos zu Referenten und Programm gibt es im beigefügten PDF.

Ort: Babylon, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin

Um Anmeldung wird gebeten. Kontakt: Jutta Ochsner, Geschäftsstelle VDID, Telefon: 030. 74 07 85 56


Weitere Informationen

Einladung zur Veranstaltung "Design in der DDR - Anspruch und Bilanz" (315 KB)

Einladung zur Veranstaltung "Design in der DDR - Anspruch und Bilanz". Ort: Babylon, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin